Leon Barzin (* 27. November 1900 in Brüssel; † 19. April 1999 in Naples, Florida) war ein US-amerikanischer Dirigent, belgischer Herkunft.
Barzin kam im Alter von zwei Jahren nach Amerika, wo sein Vater die erste Viola beim
Metropolitan Opera Orchestra spielte. Er erhielt von ihm ersten Violin- und Violaunterricht, später war er Schüler von Eugène Ysaÿe. Im Alter von siebzehn Jahren trat er als Violinist im Hotel Astor in New York auf, 1919 wurde er das jüngste Mitglied des
National Symphony Orchestra, später wechselte er zum New York Philharmonic Orchestra, wo er seit 1925 die erste Viola spielte.
Auf Anregung von
Arturo Toscanini wechselte er als Dirigent zur
American Orchestral Society, die er umorganisierte und nach der Neugründung unter dem Namen National Orchestra Association (NOA) 1930 sechsundvierzig Jahre lang leitete. Daneben war er von 1938 bis 1941 Dirigent des Hartford Symphony Orchestra.
In der Saison 1945/1946 arbeitete er in dem Programm
Adventure in Ballet der NOA erstmals mit George Balanchine zusammen. Mit diesem und Lincoln Kirstein gründete er 1946 die
Ballet Society, die unter dem Namen The New York City Ballet berühmt wurde und deren musikalischer Direktor er bis 1958 war. Seit 1955 lebte Barzin überwiegend in Frankreich. Hier wirkte er als Dirigent des Orchestre Pasdeloup und des Orchestre Philharmonique de Paris und als Professor an der Schola Cantorum und trat weltweit als Gastdirigent auf.
Im Jahr 1960 gründete Barzin die
Philharmonic Society und
Les Muscoliers, eine Musikergruppe, die sich der musikalischen Förderung von Kindern widmet, und 1995 die
Leon Barzin's Musica Vaux Association.